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Sinnvolle Beschäftigung für Deinen Hund


Du bist bestimmt hier gelandet, weil du Dich fragst:
„Wie laste ich meinen Hund am Besten und vor allem artgerecht aus?“

Zunächst ein mal, ist es super, dass Du dir diese Frage stellst und dich mit der mentalen wie körperlichen Auslastungsmöglichkeit deines Hundes beschäftigst.
Denn, man kann nicht nur zu wenig mit seinem Hund unternehmen und ihn dadurch extrem unterfordern, sondern auch viel zuviel mit seinem Hund machen und ihn dadurch extrem überlasten und überfordern, was bis hin zu einem völlig überdrehten Verhalten führen kann. Ja, es gibt tatsächlich Hunde, die jeden Tag ein anderes Hobby ausüben (müssen) und jeden Tag doppelt und dreifach action erleben, auch das ist nicht gesund, ebenso wenig, wie permanente Unterforderung und Isolierung! Genauso wenig, wenn wir Menschen uns niemals Ruhe gönnen können. Ausgleich und sinnvolle Beschäftigungen in Ausgewogenheit und natürlicher Balance - ist die Kunst. Aber das ist ein anderes Thema. Schauen wir also mal in die Beschäftigung hinein, im gesunden Maße:



Was ist denn nun die richtige Auslastung und Beschäftigung für meinen Hund
Meiner Meinung nach kommt dies immer darauf an, was für einen Hund man überhaupt besitzt und was diesem natürlich auch Freude bereitet. Denn am Ende entscheidet immer noch der Hund, was für ihn wirklich spaßig und zufriedenstellend ist.
In diesem Sinne: Welche Hunderasse ist z.B. in meinem Hund stark vertreten? Wie alt ist mein Hund? Mit einem Welpen oder jungen Hund kann ich natürlich noch keine langen Wandertouren drehen, keine Fahrradstrecken mit ihm gemeinsam zurück legen oder stundenlang joggen gehen. Es gibt ein paar Ideen oder Auslastungsgebiete, die für bestimmte Hunderassen besonders sinnvoll und effektiv sind. So lieben z.B. die meisten Hüter das schnelle laufen im Sport (Agi) - Aber auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Jede Hunderasse besitzt andere grundlegende Eigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Charakterstärken.
Wohingegen Bulldoggen natürlich nicht, aufgrund ihrer Kurzatmigkeit, über endlose Kilometer am Fahrrad zügig mit entlang laufen können / sollten, finden das Huskys wiederum absolut genial und schaffen dies auch locker über mehrere Einheiten.



Daher musst du dir zuerst einmal klar machen: 
Welche Beschäftigung kann ich überhaupt mit meinem Hund im Alltag machen? 
Wofür habe ich Zeit und Lust?
Welche Beschäftigung wäre für meinen Hund am ehesten geeignet?

Viele Menschen schaffen sich einen Hund an, weil sie persönlich einen Grund haben wollen, nach draußen zu gehen, sich sportlich zu betätigen oder sich darüber freuen, 
dass jemand auf sie zu Hause wartet. Man ist schlicht weg einfach aktiver mit einem Hund. So die Vorstellung zumindest, denn manche Hunde sind wirklich richtige Couchpotatoes. Denen würde man keine Freude damit machen, wenn man sie zum joggen zwingt. Der Mensch muss also etwas aus dem egoistischen Denken heraus kommen.

Um nun herauszufinden, welche Beschäftigung für dich und deinen Hund geeignet ist, frag dich:
Welche Beschäftigungen kann ich im Alltag meinem Hund überhaupt bieten? Bin ich mobil? Bin ich selbst sportlich? Bin ich der ruhigere Typ? Möchte ich diese Auslastung alleine unternehmen oder mit Hundefreunden?

- Spaziergänge durch den Wald oder auf großflächigen Wiesen (buddelt Dein Hund gern? Wegesränder eignen sich toll. Löcher bitte immer wieder zu machen, damit sich niemand verletzt und stolpert!) 


- Mit der Schleppleine im hohen Tempo übers Feld laufen (Achtung bei Privateigentum und Futteracker! Kot unbedingt entfernen oder diese Zonen erst aufsuchen, wenn der Hund völlig entleert ist!)

- Hundepark - Gassigang mit viel Erkundungszeit und Fährten lesen: Erkundungsspaziergänge sind großartig! Und so aufregend! Hier darf der Hund Hund sein und seinen Rüssel benutzen, lesen, erkunden und begutachten.

- Hundeschwimmen (Gerade im Sommer geeignet) 
In manchen Schwimmbädern unter Aufsichten zum Ende des Jahres möglich und in Naturseen, wo Hunde erlaubt sind. 


- Gruppentraining bzw. Hundeschule, um auf einer Seite den Hund intellektuell zu fordern, als auch körperlich zu beanspruchen mit beispielsweise sportlichen Angeboten von Agi bis Flyball

- mit befreundeten Haltern und Hunden das Spielen mit anderen Hunden fördern z.B. bei Packwalks die monatlich stattfinden könnten

Du siehst, es gibt eine Menge Möglichkeiten, den Hund zu beschäftigen, selbst im Alltag.

Nun, da ich dir ein paar Beispiele gegeben habe, fragen wir uns mal: 
Welche von diesen Beschäftigungen kann ich welcher Art von Hund zuordnen?



1. Spaziergänge durch den Wald
Dies kann man mit jeder Art von Hund immerzu durchführen. Man sollte die Gänge nur den Klimagegebenheiten anpassen. Die Länge des Spaziergangs kommt meistens auf das Alter und den gesundheitlichen Status des Hundes an. 
Jüngere Hunde / Welpen können nicht so weit laufen wie ausgewachsene und ältere Hunde. Adulte haben natürlich viel mehr Energie als ältere Hunde / Senioren. Danach sollte man den Gassi-Weg dementsprechend anpassen.
In der heißen Sommer- Mittagszeit sollten Straßen und asphaltierte Wege gemieden werden. (Pfoten könnten beispielsweise unter Verbrennungen leiden!) Ein kühler, dunkler Waldweg, oder Weg am Fluss entlang, eignet sich daher besser als das offene Feld / die offene Wiese und auch besser als Touren auf Asphalt. Trotzdem würde ich, wenn das Wetter mit spielt, immer mal auf Asphalt laufen! Das gibt einen tollen & nützlichen Nebeneffekt: die Krallen laufen sich natürlich ab und sind immer optimal lang. In Wäldern sind wildernder Hunde stets an der Leine zu führen. Auch auf offenen Feldern bitte Hasen und anderes Wild nicht jagen lassen.
Dafür gibt es Schleppleinen und Rückruftraining! (Sollte man noch nicht so weit sein, dass eine Freifolge möglich ist)



2. Mit der Schleppleine mal richtig übers Feld hechten
Mit der Schleppleine kannst du dafür sorgen, dass dein Hund sich mal richtig ausläuft und du behältst trotzdem zu jeder Zeit die Kontrolle über ihn. (Bitte stets am gut sitzenden Geschirr befestigen!) Wenn der Hund immer nur an der kurzen 1-Meter-Leine läuft, kann er kaum von links nach rechts, hin und zurück, geschweige denn ordentlich lesen und schnuppern. 
Beispielsweise das Fährten lesen und Schnuppern beansprucht Hunde auf die natürlichste Art. Lass deinen Hund bei Spaziergängen ruhig hin und wieder an interessanten Schnupperstellen Fährten lesen. Das wird ihn zusätzlich auslasten und das Gefühl befriedigen seinem Drang nach zu kommen.
Du möchtest ja auch wissen, was in deiner Gegend so Neues anliegt. Mit einem gut auftrainiertem "Weiter" kann man das Schnuppern beenden, ohne den Hund an der Leine mitzurucken. Kann dein Hund das schon? 



3. Hundepark
Der Hundepark ist quasi ein Abenteuerparadies für (d)einen Hund. Jedoch solltest du dich fragen, ob dein Hund so sozial ist, dass er mit anderen Hunden in direkteren Kontakt gehen will, ohne große Schwierigkeiten zu bereiten. 
Und: Du musst immer mit Fehlverhalten der anderen rechnen. Sind ihre Hunde wohl alle super sozialisiert? Kannst du deinen Hund aus kritischen Situationen raus holen und möchte Dein Hund überhaupt so viel und so engen Kontakt mit fremden Artgenossen?
Du willst schließlich deinen Hund nicht anderen Hunden aussetzen, sondern du willst, dass er mit anderen Hunden die Beschäftigung und Auslastung findet. Manche Hunde empfinden dieses Gefühl aber überhaupt nicht angenehm. Das ist wie immer: typen abhängig. 
Falls dein Hund noch nicht so sozial ist oder nicht abrufbar, kann dir bestimmt eine Hundeschule weiterhelfen! Und: Hunde müssen nicht alle anderen Hunde mögen, oder magst du jeden (fremden) Menschen, der dir auf der Straße entgegen kommt und dich von der Seite anrempelt?

4. Hundeschwimmen
Gerade das Hundeschwimmen werden beispielsweise Labradore lieben. Die sind sowieso so wasser avin und werden es dir danken, dass sie in der Woche 1-2 mal schwimmen gehen dürfen. Ein Objekt der Begierde in den See schmeißen, Hund absitzen oder warten lassen, die Übungen mit bunter Impulskontrolle mischen und mixen und der Hund fliegt quasi nach Freigabe in das Wasser, um das kühle Nass zu spüren. Achte bitte darauf, dass du es zu Beginn nicht übertreibst! Hunde können eine Wasserrute vom Schwimmen bekommen. Das Schwimmen beansprucht fast alle Muskeln im Körper, wie bei uns Menschen auch. Also die ideale Beschäftigung, um deinen Hund körperlich auszulasten.
Jedoch traut sich nicht jeder Hund ins Wasser. Also finde es für euch heraus, was dein Hund gerne mit dir macht.
Schwimmen stärkt die Hinterhand und ist auch für Senioren geeignet. Hunde, die wieder Muskeln aufbauen müssen, z.B. nach einer OP, gehen ja nicht grundlos zum Aquatraining. Das ist einfach toll. Starke Hinterhand und gestärkter Rücken - gesunder / fitter Hund! 

5. Gruppentraining bzw. Hundeschule, um auf einer Seite den Hund intellektuell zu fordern, als auch körperlich zu beanspruchen
Das Gruppentraining ermöglicht dir viele Arten von Beschäftigungen und Auslastungen für deinen Hund. Manchmal werden Parcours aufgebaut, manchmal spielt ihr Such & Bring das Spielzeug und manchmal wirst du einfach dafür sorgen, dass dein Hund im Grundgehorsam unter Ablenkung gefördert wird. 
Du kannst also hiermit deinen Hund intellektuell, als auch sportlich auslasten und bist sogar noch mit anderen gleichgesinnten Menschen zusammen, die vielleicht genau dasselbe Problem wie du haben. Also ideal für dich und deinen Hund! 
Nicht jeder geht in die Hundeschule, weil er ein Problemverhalten mit seinem Hund hat. Viele gehen in die Hundeschule, weil es Freude bringt und Hund und Halter Komfortzeit zusammen erleben. Das ist doch was Schönes. Agility, Flyball, Mantrails, Schnüffelfährten, Antijagdtraining, Grundgehorsam, wir haben so viele Möglichkeiten, angefangen vom Klick für Trick Kurs, bis hin zu Ferienkursen für Kinder und Alltagskurse. Das macht jedem Hund Spaß. Es ergeben sich häufig die tollsten Freundschaften zwischen den Haltern und den Hunden.

 

6. Mit befreundeten Haltern und Hunden das Spielen mit anderen Hunden fördern
Wenn du einen Freundeskreis aus Hundehaltern hast, frag doch einfach mal die anderen in der Runde, wie die ihre Hunde auslasten und vielleicht kannst du ja diese Ideen übernehmen oder sogar dich deinen Freunden anschließen. 
Dadurch könntet ihr z.B. einen monatlichen Packwalk bilden. Einen Rudelspaziergang unter bestimmten Regeln und Voraussetzungen, gesittet und durchdacht.  Ebenfalls kannst du auch mal beobachten, wie andere mit ihren Hunden umgehen und dir vielleicht ein paar Dinge davon abschauen. Getreu dem Motto, die anderen sind fair und freundlich mit ihren Hunden. Viel Spaß dabei!


Ich habe dir also hier nun ein paar wenige Wege aufgezeigt, wie man seinen Hund auslasten kann. Dadurch ist der Hund auch im Alltag beschäftigt, du stärkst die Bindung zu deinem Hund und ganz nebenbei kannst du sogar Menschen kennen lernen, die ebenfalls Hunde haben und dadurch selbst deinen Alltag anders gestalten.

Ich hoffe, ich konnte dir damit weiter helfen und freue mich, wenn du uns mal in der Hundeschule Pfotencampus oder im Futtermittel-Shop Pfotensnacks besuchst.
Wenn Du magst, teile doch deine Auslastungsideen mit uns, unter diesem Beitrag. Was liebt Dein Hund?


Sinnvolle Beschäftigung & Auslastung für Deinen Hund

Sinnvolle Beschäftigung Auslastung für Deinen Hund / Deine Hunde
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Kommentare: 2
  • #1

    Jennifer (Donnerstag, 01 August 2019 12:51)

    Tolle Ideen dabei. Den Gruppenunterricht nutzen wir schon sehr gerne.
    Ebenso wie das Treffen mit befreundeten Hundehaltern und deren Hunden.
    Sehr guter Blogeintrag ����

  • #2

    Linda (Donnerstag, 01 August 2019 13:04)

    Wir finden uns in allen Beschäftigungen wieder.
    Das Gruppentraining nutzen wir auch schon lange. Dort kann man sich immer austauschen und auch andere Mensch-Hund Partner beobachten.
    Eine gute Mischung an Beschäftigungsmöglichkeiten ist sehr gut :-).
    Wir sind gespannt auf weitere Blockeinträge.

Beatrice Isenburg - Absolvent Hundetrainerin ATN Akademie
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Beatrice Isenburg - Absolvent Hundewissenschaftlerin
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